Lehrpfad

Natur- Bienen und Imkerlehrpfad

„Was wäre ein strahlend schöner Sommertag ohne das Summen von Bienen und Hummeln, ohne Schmetterlinge, die in ihren schillernden Farben durch die Luft flattern? Für Natur und Gartenfreunde eine furchtbare Vorstellung.“ (Quelle unbekannt)

Gerade wir Kleingärtner wissen nur zu gut, was das bedeutet: die Bestäubung unserer Obstbäume und Gemüsepflanzen bleibt aus, und das bedeutet, wie jeder weiß, dass es kein Obst und Gemüse aus dem Kleingarten gibt. Und auch keinen Honig!

Blumen brauchen Bienen, um sich fortzupflanzen, Bienen brauchen Blumen, um Nahrung zu sammeln. Die über 2.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzenarten sind zu über 80% auf die Bestäubungsleistung unserer fleißigen Bienen angewiesen. Aber auch die Verfügbarkeit eines Großteils der Nahrungsmittel wie viele Obst- und Gemüsesorten, aber auch Nüsse und Öle haben wir Bienen zu verdanken. Naschen Sie zum Beispiel vom Kirschbaum 10 Kirschen dann verdanken wir 8 Kirschen davon von der Bestäubungsleistung der Biene.

Die Bienen sorgen dafür, dass eine farbige Blütenpracht in Stadt und Land entsteht. Auf diese Pracht sind wiederum die Insekten, Vögel und andere Tiere als Nahrungsquelle und insbesondere als Lebensraum angewiesen.

Dessen bewusst initiierten wir als Gartenfreunde des KGV Cotta am Spitzberg e.V: das Projekt „Bienenweide“ und bewirtschaften seit 2017 ein Areal von nunmehr 1.100 Quadratmetern bienen- und insektenfreundlich.

Im Jahr 2019 fragte eine Imkerfamilie aus Pirna an, ob sie auf ebendieser Fläche Bienenbeuten aufstellen dürften. Da die Wild- und Honig Bienen für den Kleingärtner von großer Bedeutung sind, sagte der Vorstand zu und so zogen die ersten Bienenvölker in Cotta ein. Die Imker lernten den Verein kennen und lieben, und pachteten schließlich selbst einen Garten.

Mitte des Jahres 2020 setzten diese Imker im Kleingartenverein den Impuls eines Bienen- und Imkerlehrpfades für eine nachhaltige ökologische Bildung aus welchen sich das gemeinsame Projekt Natur- Bienen und Imkerlehrpfad „Bienenweide“ und eine Kooperationspartnerschaft mit den Imkerverein Pirna und Umgebung e.V. entwickelte.

Dieses Gemeinschaftsprojekt dient einerseits dem Artenschutz, denn nicht nur Insekten, sondern auch Amphibien und andere Nützlinge nutzen dieses natürliche Idyll als Lebensraum. Andererseits ist es auch ein Lehrgarten sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

Stationslernen

An insgesamt 14 Stationen erfahren die Gäste des Natur- Bienen und Imkerlehrpfades nicht nur viel über die Wild- und Honigbienen und deren Lebensräume, sondern können sich auch einige Ideen anschauen, welche sich in eigenen heimischen Garten umsetzen lassen.

So ist zum Beispiel eine Benjeshecke als „Lebender Zaun“ mal etwas anderes. Die Benjeshecke ist eine Hecke aus Totholz, die als Zaun oder Abtrennung dem Garten urigen Bauerngarten-Charme gibt und viele Insekten und Säugetiere anlockt, die hier überwintern können.

Wer keinen Platz für eine Benjeshecke haben sollte, kann dennoch z.B. nach dem Baumschnitt etwas Gutes für die Tiere im Garten tun. Totes Holz hat eine große Bedeutung als Lebensform für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Pilze bilden hier die Spitze der Totholzbewohner. Einige Spezialisten unter den Wildbienen nagen ihre Nistgänge in bereits etwas mürbe gewordenes Totholz. Hier spielt vor allem weißfaules Laubholz eine wichtige Rolle. Wildbienenarten, bevorzugen etwas Morsches aber noch überraschend festes Holz.

Neben dem Holz gibt es aber noch andere Varianten, um zahlreichen Bewohnern einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Dazu zählen auch Lesesteinhaufen. Ein Lesesteinhaufen bietet wie eine Trockenmauer Versteckmöglichkeiten, Sonnenplatz und Winterquartier für viele Tiere, darunter Eidechsen, Schlangen, Lurche, Ameisen, Bienen und Grabwespen. Auch für wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen ist sie ein günstiger Standort. Die Errichtung eines Steinhaufens ist einfach. Er sollte in sonniger Lage platziert und möglichst windgeschützt sein. Rund 80 Prozent des Materials muss eine Korngrösse von 20 – 40 Zentimeter aufweisen! Der Rest kann feiner oder gröber sein. Nur ortstypisches Gestein verwenden!

Was viele im Garten nicht berücksichtigen ist ein besonderes Element! Das Wasser. Viele Tiere leben im Wasser und an seinen Ufern. Sie brauchen dies, um Nahrung zu suchen oder ihre Eier abzulegen.

Auf unseren Lehrpfad haben wir uns für etwas außergewöhnliches entschieden. Einen 12m langen künstlichen Bachlauf, welcher nicht nur neben dem Wasser, sondern auch im Wasser mit Bienenfreundlichen Pflanzen bepflanzt wurde. Dazu zählen u.a. Pfennigkraut, Froschlöffel, Wasserminze, Sumpf-Vergissmeinnicht oder Storchschnabel.

Je nachdem, ob der Bach langsam oder schnell fließt, ob er Quellwasser, wärmeres Wasser führt oder wie bei uns ein künstlicher Bachlauf ist, leben in ihm ganz unterschiedliche Tierarten. Am Bach kann man viele Beobachtungen machen: Bienen und Vögel kommen vorbei oder ein Garteneidechse schaut aus dem Dickicht.

Bei uns in der Gartensparte braucht man nicht tief graben um „Steinreich“ zu werden. Die kleinen Sandsteinbruchstücke wurden um das Sammelbecken des Bachlaufes gestapelt, um einen weiteren Lebensraum anzulegen.

Aus Steinen kann auch eine Kräuterspirale oder Hochbeete angelegt werden. Die Kräuterspirale oder Kräuterschnecke ist ein dreidimensionales Beet, in dem Küchenkräuter angebaut werden. Die Kräuterspirale ist ein Beispiel für permakulturelle Gestaltung. Durch ihren Aufbau ermöglicht sie es, auf kleinstem Raum Standortansprüchen von Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen gerecht zu werden. Wenn man etwas für eine ökologische Schädlingsbekämpfung tun und gleichzeitig die Bestäubung der Blüten unterstützen möchte, hat man die Möglichkeit, durch die gezielte Verwendung von Nisthilfen einen artgerechten Lebensraum für Tiere zu schaffen. Der Insektennistkasten, in die Südseite der Spirale gesetzt, bietet Hautflüglern wie Wildbienen und Grabwespen einen Lebensraum. Sie sind sehr wärmeliebend und werden diesen Standort dankbar annehmen.

Es gibt auch Gründe, sich ein Hochbeet anzuschaffen. Zunächst einmal ist das Gärtnern rückenschonender als im herkömmlichen Gemüsebeet. Außerdem können Sie das Hochbeet bereits früher im Jahr bepflanzen, die Pflanzen finden optimale Bedingungen und gedeihen dementsprechend gut und es kann früher geerntet werden. Der Grund: Ein Hochbeet generiert durch die eingebrachten Schichten aus Grünabfällen und dem im Inneren ablaufenden Verrottungsprozess Wärme und Nährstoffe.

Der Naschgarten oder die fünf Sinne

Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken! Auf unserem Lehrpfad kann natürlich probiert werden. Wie schmeckt Pfefferminze oder Knoblauchgras? Oder doch lieber leckere Kirschen, Äpfel oder eine Felsenbirne? Wir schulen auch den Geschmack. Wenn unsere Imker vor Ort sind, kann natürlich auch einmal Honig gekostet werden.

Der Zeit angepasst

Ein Honig mit Zertifikat - "Pirnaer Unikat"

Ein Honig mit Zertifikat - "Pirnaer Unikat"

Der gewonnene Honig der Familie Hickmann aus unserem Kleingartenverein ist etwas Besonderes. Seit November 2020 darf dieser das Label „Pirnaer Unikat“ tragen. Pirna Unikat möchte besondere Waren und Produktideen, die einen Bezug zur Stadt und Region haben und mit viel Handarbeit gefertigt werden, bekannt machen. Dabei handelt es sich um Produkte, welche die Einmaligkeit der Pirnaer Altstadt und ihrer Bewohner widerspiegeln.

Dank des Förderprogrammes LEADER-Region „Sächsische Schweiz“, konnten wir unseren Lehrpfad mit Informationstafeln ausstatten, welche das grüne „Klassenzimmer“ komplettieren.

Für jedes Neugeborene einen Baum

Das eigentliche Herz, welches am Rand des Lehrpfades liegt, ist unsere kleine Streuobstwiese mit einer besonderen Tradition in unserem Kleingartenverein. Für jedes neugeborene Kind unserer Vereinsmitglieder stifte der Verein einen Obstbaum, welchen die Eltern selbst auf der Streuobstwiese einsetzen und pflegen.

Streuobstwiesen sind vom Menschen geschaffene Kulturlandschaften, eine Form des Obstanbaus, die auf Mehrfachnutzung angelegt ist. Die hochstämmigen Bäume, die „verstreut“ in der Landschaft stehen, tragen unterschiedliches Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Walnüsse. Die Nährstoffknappheit durch die fehlende Düngung und die nur zweimal im Jahr stattfindende Mahd bewirken, dass keine Pflanzenart überhandnehmen kann. So können zahlreiche Arten nebeneinander existieren. Immer noch gelten Streuobstwiesen als stark gefährdet. Eine solche Streuobstwiese kann auch ein

Imkerei vor Christus und in der Moderne

Unsere Imker nehmen Sie auf unseren Lehrpfad, in die Geschichte der Imkerei mit. So können sich die Besucher verschiedene Modelle anschauen, welche bis 3380 vor Christus zurückreichen, wie z.b. eine Klotzbeute, welche heute noch aktuell sind.

Eine Klotzbeute ist eine künstliche, von den Menschen hergestellte Bienenbehausung. Diese Beuten gehören zu den ältesten transportablen Bienenbehausungen. Sie stellen eine Entwicklungsstufe in der Zeidlerei dar und markieren den Übergang zur planmäßigen Bienenhaltung. Früheste archäologische Nachweise von Klotzbeuten stammen aus der jungneolithischen Pfahlbausiedlung Arbon-Bleiche um 3380 vor Christus. In einer spätbronzezeitlichen Klotzbeute aus Berlin-Lichterfelde um 1080 vor Christus.

Aber nicht nur rückblickend in das Leben der damaligen Zeidler (so nannte man früher Imker), sondern auch in die Zukunft blickend als Moderne Imker erfahren Sie alles über die Digitalisierung in der Imkerei.

Einige der auf dem Lehrpfad stehenden Bienenvölker werden bereits mit der neuesten Technologie überwacht. Die eingesetzte Technologie wurde speziell für Imker entwickelt. Der Imker erhält somit einen vollständigen Überblick über die Gesundheit und Produktivität seiner Bienenstöcke. Dank dieser Technologie sind keine unnötigen Eingriffe erforderlich. Es ist 100% biologisch, 100% rückstandsfrei, unbedenklich für die Bienen, einfach zu bedienen, das ganze Jahr über, auch während der Trachtzeit, einsetzbar und bietet maximale Wirkung.

Ein Honig mit Zertifikat - "Pirnaer Unikat"

Der gewonnene Honig aus unserem Garten ist etwas Besonderes. Seit November 2020 darf dieser das Label „Pirnaer Unikat“ tragen. Pirna Unikat möchte besondere Waren und Produktideen, die einen Bezug zur Stadt und Region haben und mit viel Handarbeit gefertigt werden, bekannt machen. Dabei handelt es sich um Produkte, welche die Einmaligkeit der Pirnaer Altstadt und ihrer Bewohner widerspiegeln.

Dank des Förderprogrammes LEADER-Region „Sächsische Schweiz“, konnten wir unseren Lehrpfad mit Informationstafeln ausstatten, welche das grüne „Klassenzimmer“ komplettieren.

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